Magnesium gegen Wadenkrämpfe

Was hilft bei Wadenkrämpfen?

Nächtliche Wadenkrämpfe treffen, besonders mit zunehmendem Alter, mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Sie sind unangenehm, schmerzhaft und unterbrechen oft mehrfach den Schlaf. Auf die Dauer hat das weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit, speziell auf das Immunsystem. Besonders häufig sind nächtliche Wadenkrämpfe bei Altersdiabetikern, weil bei ihnen der Magnesiumverlust und die größere Krampfneigung des Alters gemeinsam auftreten.

Im Rahmen der monatlichen Kolumne von Univ. Prof. Dr. Sepp Porta widmet er sich diesmal dem Thema Wadenkrämpfe.

Krämpfe und deren Ursache

Wenn man als Ursache von Krämpfen die Nebenwirkung gewisser Medikamente (z. B. Beta-Blocker) ausschließt, so entlarvt man als Auslöser meist den Magnesiummangel. Bei Schwangeren mit bekannt schlechten Magnesiumwerten, werden Magnesiumpräparate (z. B. an der Grazer Klinik) routinemäßig gegen die häufig auftretenden Wadenkrämpfe verabreicht. Die Therapie mit Chinin-Präparaten wirkt schmerzlindernd, richtet sich aber eher gegen Symptome, hat beträchtliche Nebenwirkungen und wird etwa von der Arzneimittelbehörde (FDA) der USA sehr kritisch gesehen.

Die Wirkung von Magnesiumgaben gegen Krämpfe ist – zumindest theoretisch – logisch. Magnesium ist bei Muskelerregung ein Gegenspieler des krampfauslösenden Kalziums, allerdings sollte man es zumindest mehrere Wochen einnehmen. Magnesium ist darüber hinaus nicht nur wirksam gegen Symptome, sondern bietet die einzige Option für eine Behandlung der Ursachen.

 

Die optimale Magnesiumversorgung bringt‘s

Gemeinsam mit meinem Team habe ich zwei Bücher und etwa 150 wissenschaftliche Publikationen über Magnesium geschrieben und kann dies nur bestätigen. Den direkten Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Muskelkrampf stellten wir bei einer Untersuchung des nächtlichen Zähneknirschens fest, das durch krampfartige Bewegung der Kaumuskeln entsteht: Alle Patienten, die über dieses krampfhafte Zähneknirschen klagten, hatten einen viel zu niedrigen Magnesiumspiegel im Blut.

Kann man also Wirbelsäulenschäden, Medikamentennebenwirkungen usw. ausschließen, so ist tatsächlich die Verbesserung des Magnesiumstatus in den meisten Fällen die Therapie der Wahl, um nächtliche Krämpfe zu vermeiden. Dies gilt auch bei der so häufigen Krampfneigung durch Magnesiummangel bei Diabetikern.

Univ. Prof. Dr. Sepp Porta